Nachhaltigkeitsbericht 2013 Wald und Holz NRW auf der LAGA vorgestellt - Übergabe CO2-Zertifikat

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Der Wald in NRW wird nachhaltig genutzt, gleichzeitig in seinen Leistungen geschützt und ist Grundlage für den klimapositiven Holzbau.

Dass der „Nachhaltigkeitsberichts“, wie der in Münster ansässige Landesbetrieb Wald und Holz NRW seinen jährlichen Geschäftsbericht nennt, für das Jahr 2013 gerade in der Eifel – nämlich auf dem Gelände der Landesgartenschau (LAGA) in Zülpich – präsentiert wurde, ist kein Zufall. „Hier kann man an einem konkreten Beispiel zeigen, was Nachhaltigkeit bedeutet“, so Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs. Das Seebadgebäude, das vom Land NRW erheblich gefördert wurde und in dem sich Wald und Holz NRW auf der LAGA präsentiert, ist „gelebte Nachhaltigkeit“. Das Gebäude ist konsequent und optisch ansprechend mit dem Zukunftsbaustoff Holz umgesetzt. Es steht so für ein zentrales Produkt der Wertschöpfungskette Wald und Holz, leistet als Kohlenstoffspeicher einen gewichtigen Beitrag für den Klimaschutz und ist damit Beispiel gebend für den politischen Ansatz, den modernen Holzbau in NRW insgesamt zu fördern
 
„Durch den Holzbau auf der LAGA werden der Atmosphäre allein durch die Materialauswahl 139 Tonnen CO2 entzogen. Dies entspricht der Menge CO2, die ein Auto auf einer Strecke von über 900.000 oder mit einer 23malige Erdumrundung freisetzt “, erläuterte Matthias Eisfeld, Leiter der CO2-Bank und Geschäftsführer des Landesbeirates Holz NRW e.V.. „Bank“ deshalb, weil im Rahmen eines internationalen Projektes der Holzwirtschaft eine digitale Datenbank geschaffen wurde, in der Bauherren und Unternehmen besonders klimafreundliche (Holz-)Bauten mit dem entsprechenden Wert eintragen lassen können. „Die Forst und Holz-Branche ist das einzige Wirtschaftsfeld, das über sein Wachstum CO2-senkend und Ressourcen schonend wirkt“, so Eisfeld, denn: „Der  Baum atmet während seines Lebens CO2 ein und setzt Sauerstoff frei.“ Das CO2 bleibt im Baustoff Holz „gespeichert“ und wird so der Atmosphäre dauerhaft entzogen. Die Treibhauswirkung dieses Klimagases als Temperatur-Treiber wird verringert.
 
„Sie sind für mich also mit diesem Gebäude aktive Klimaschützer“, attestierte Matthias Eisfeld Zülpichs Bürgermeister Albert Bergmann und überreichte ihm ein Zertifikat, dass die Klimaschutzleistung des „Seebadgebäudes“ bestätigt.
 
Die vom Holzkompetenzzentrum Rheinland (HKZR) anlässlich der LAGA konzipierte und erstellte Ausstellung im Seebadgebäude nimmt den Gedanken des Klimaschutzes ebenfalls auf. „Mit Exponaten stellen wir darüber hinaus die gesamte Bandbreite des Aufgabenbereichs von Wald und Holz NRW sowie seine zentrale wirtschaftliche Bedeutung dar und wollen nicht zuletzt Begeisterung für den Wald und seine Leistungen als Grundlage für den modernen Holzbau erzeugen“, so Axel Krähenbrink, Leiter des HKZR .
 
Dass die Eifel zudem im „Cluster Wald und Holz“, also der gesamten Wertschöpfungskette in Sachen Wald und Holz vom Forstbetrieb über das Sägewerk bis zum fertigen Holzprodukt, recht gut aufgestellt ist, belegen die Zahlen, die Horst-Karl Dengel, Leiter des Regionalforstamtes Hocheifel-Zülpicher Börde, lieferte: „In der NRW-Eifel gibt es rund 100.000 Hektar Waldflächen, 13.000 Unternehmen mit insgesamt 16.000 Mitarbeitern erwirtschaften insgesamt 3,3 Millionen Euro Jahresumsatz in der Wald- und Holzwirtschaft.“ Allerdings sei der Anteil an Holz, der aus der Eifel exportiert und anderswo weiterverarbeitet werde, mit 98 Prozent immer noch viel zu hoch. Hier gelte es, die Wertschöpfung vermehrt  in der Region zu halten. In diesem Sinne sei ganz bewusst in der waldreichen Region Eifel das Holzkompetenzzentrum Rheinland als Schwerpunktaufgabe von Wald und Holz NRW aufgebaut und der Verein Wald und Holz Eifel e.V. gegründet worden. Daraus ist unter anderem die wichtige Zusammenarbeit mit Hochschulen und Fachleuten wie Architekten und Bauingenieuren erwachsen, die im günstigsten Fall die Zukunft gestaltende Idee des Holzbaus weitertragen.  
 
Für das gesamte Land NRW dokumentiert der Nachhaltigkeitsbericht 2013 die Situation des Landesbetriebs Wald und Holz. Andreas Wiebe bringt es auf den Punkt: „Der Betrieb ist stabil in schwierigen Zeiten.“ Konsequent widmet sich Wald und Holz NRW nicht nur dem Generationenwechsel in den Waldbeständen. Vielfalt und Struktur ist auch im Personalbereich weiterhin ein Dauerziel. Um auch zukünftig weiter wachsenden Herausforderungen mit gleicher Intensität fachlich begegnen zu können, wurden mehr Akademiker eingestellt, als in den Ruhestand verabschiedet wurden.     
 
Stark und sogar mit weiterem Potential präsentiere sich das Cluster Wald und Holz NRW. Im Ranking der produzierenden Gewerbe in Nordrhein Westfalen liegt das Cluster Wald und Holz NRW deutlich vor Autoindustrie, Chemie-, Pharma- und der IT-Branche. Volker Holtkämper, Leiter des Fachbereichs Holzwirtschaft, Forschung, Klimaschutz bei Wald und Holz NRW: „Das Cluster ist ein echtes Multitalent. Es sorgt für Arbeitsplätze und Wachstum, trägt zum Klimaschutz bei und ist ein wichtiger Baustein für die Biodiversität im Wald“.

Neben weiteren Zahlen und Fakten zum Landesbtrieb enthält der Nachhaltigkeitsbericht  mit dem Titel „Gemeinsam für den Wald“ auch einen Thementeil, der die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Naturschutz, Verbänden, Kommunen und Waldbesitzern in der Praxis dokumentiert. Denn, so Andreas Wiebe: „Wir sind im Wald nicht als Alleinunterhalter unterwegs. Wir sind Brückenbauer zwischen Wald und Gesellschaft und sichern Lebensgrundlagen.“ Bei allem forstlichen Handeln werden traditionell die drei grundlegenden Dimensionen der Nachhaltigkeit gleichmäßig beachtet. Nur die sensible Abwägung sozialer, ökologischer, aber auch ökonomischer Auswirkungen maximiert die Leistungen des Clusters bezüglich aller gesellschaftlichen Belange.
 
Zahlen und Fakten aus dem Nachhaltigkeitsbericht:

Mit rund 7 Millionen Euro Gewinn konnte Wald und Holz NRW auch in diesem Jahr einen Beitrag zur Entlastung des Landeshaushalts leisten. Im Staatswald Nordrhein-Westfalens wurden 532.000 Festmetern Holz eingeschlagen. Das ist etwas weniger als im Vorjahr. 93 Prozent der Umsatzerlöse erwirtschaftet Wald und Holz NRW durch den Holzverkauf. Weitere Erlöse erwirtschaftet Wald und Holz NRW durch Verpachtungen oder durch neue Geschäftsfelder, wie den Beerdigungswald. In den nächsten Jahren sollen die neuen Geschäftsfelder zusätzliche Gewinne bringen, kündigte Andreas Wiebe im Rahmen der Präsentation auf der LAGA Zülpich an.
Zufrieden zeigte sich Andreas Wiebe auch mit den im Nachhaltigkeitsbericht ausgewiesenen Jagdstrecken im Staatswald. „Zur Anpassung der Schalenwildbestände an die Kapazität des Waldes ist dies ein Schritt in die richtige Richtung.“ sagte Andreas Wiebe. In den letzten fünf Jahren wurde die Jagdstrecke beim Rotwild nahezu verdoppelt. Der Staatswald wird dabei seiner Vorbildfunktion gerecht.Und auch bei Reh- und Muffelwild sind deutliche Steigerungen zu verzeichen. „Die Jagd im Landeseigenen Forstbetrieb erfolgt kompetent nach den neusten waldökologischen und wildbiologischen Erkenntnissen“ betont der Leiter von Wald und Holz NRW.

Wald und Holz NRW Nachhaltigkeitsbericht 2013 [PDF 12.1MB]

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