10. Holz- und Waldtage des HKZR demonstrieren  Leistungsfähigkeit des Zukunftsrohstoffs Holz

Die Wald- und Holzwirtschaft mit 1.300 Unternehmen, 16.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von 3,3 Mrd. € allein in der Eifel, ist im besten Sinne eine Zukunftsbranche. Nordrhein-Westfalens Forstchef Hubert Kaiser eröffnete die 10. Holz- u. Waldtage am Holzkompetenzzentrum Rheinland (HKZR) in Nettersheim. Kaiser unterstrich in seiner Ansprache sowie beim anschließenden Rundgang mit Vertretern aus Politik und Ministerium die Bedeutung der nachhaltigen Branche Wald und Holz für Wirtschaft, Klimaschutz und Energiewende. Insgesamt 1.500 Besucher begeisterten sich an zwei Tagen für Angebote und Informationen rund um den Wald, sein Holz und dessen Verwendung.
    
Das Cluster, sprich: das Netzwerk der Betriebe und Akteure, die auf Basis des Holzes als Roh-, Werk- und Baustoff wirtschaften, ist weit gespannt. Die Wertschöpfungskette von der forstlichen Primärproduktion über die Verarbeitung bis zur Planung und Umsetzung des modernen Holzbaus anschaulich und unterhaltsam darzustellen, war Ziel der Veranstaltung.
Die bereits erfolgreich in der Region präsentierte Ausstellung der Landesgartenschau zeigte die gesamte Bandbreite der Tätigkeiten von Wald und Holz NRW. Mit 40 Betrieben und Institutionen aus der Region gelang es, auf dem Außengelände und im Ausstellerzelt, ergänzt um Aspekte der Umweltbildung, nahezu den kompletten Weg des Holzes inhaltlich abzudecken.

So präsentierte sich das Regionalforstamt Hocheifel - Zülpicher Börde mit seinem Team als kompetenter Ansprechpartner für die forstliche Betreuung des (Privat-) Waldes im Sinne multifunktionaler Waldwirtschaft - u.a. in Kooperation mit dem Waldbauernverband NRW e.V. Ein 3D-Forwarder-Simulator bot einen interaktiven Eindruck zum Berufsfeld Wald. Harvester und Forwarder verdeutlichten Arbeitsweisen moderner Forstwirtschaft. Die Holzbringung mit Pferden zeigte ein traditionelles und gleichzeitig zeitgemäßes Verfahren.
Interessante Gespräche entwickelten sich an der Forst-Aktionsfläche, die zur eigenen Aktivität einlud:  Die Forstleute von Wald und Holz NRW gaben Empfehlungen für den Umgang mit Motorsäge und Spaltwerkzeug z.B. zur Brennholzwerbung. Ein Spannungssimulator sensibilisierte für Gefahren bei der Holzaufarbeitung. Das Axtwerfen und die Zweimann-Säge erfreuten sich großer Beliebtheit. Der Hochseilgarten lud zur sportlichen Betätigung. Junge Besucher konnten ihre Wurfgenauigkeit am „Spechtbaum“ erproben oder im Team eine Fachwerkkonstruktion zusammensetzen.Wildprodukte „Aus dem Wald, für den Wald“ vom Grill und ein Cafè-Roller sorgen für das leibliche Wohl.

Mit Ausstellungen zum Leader-Projekt Eifler Baukultur (in Holz), zum Architekturforum Eifel, zum Holzbrückenbau und zur Holzbau-Mustersiedlung wurde für die Vielfalt des Holzbaus geworben. Handwerksbetriebe erstellten kleinere Holzbauwerke vor Ort und präsentierten Referenzobjekte. Ein mobiles Wohnmodul in Holzbauweise, wurde nach dem Entwurf eines Architekten aus der Eifel mit Handwerkern aus der Region auf dem Gelände auf- und ausgebaut. Die sog. Wood-Cabin als adaptives Wohn- und Baukonzept mit 24 qm Nutzfläche gibt eine mögliche Antwort auf den demographischen Wandel und heutige Wohnanforderungen. Verwendungen finden sich für Single-Wohnungen, mobile Büros, temporäre Kitas oder in der integrativen Unterbringung von Flüchtlingen.

Dem ganzheitlichen Ansatz des HKZR folgend ging den Publikumstagen die zweitägige Fachtagung „Stadt. Land. Holz…bau“ voraus. Hochkarätige Referenten - darunter Architektur-/Holzbaupreisträger - ordneten die Herausforderungen unserer Zeit sozioökonomisch ein und stellten den Architekten, Planern und (kommunalen) Bauentscheidern holzbauliche Lösungsansätze vor. Die Alleinstellungsmerkmale des Holzbaus in Nachhaltigkeit, Wohngesundheit und Ressourcen- und Energieeffizienz gepaart mit Wertigkeit und Baugeschwindigkeit wurden deutlich.

Das insgesamt viertägige Veranstaltungskonzept begeisterte Besucher jeglicher Couleur: Es bot sowohl weiterführende Kontakte und Informationen für bereits holzaffine Teilnehmer und Fachleute, als auch dem „fachfremden“ Publikum einen unterhaltsamen Einblick in die vielen Facetten eines bisher noch weitgehend unterschätzten Wirtschaftsfeldes.

© Axel Krähenbrink / Holzkompetenzzentrum Rheinland
 

Pressemitteilung Holz- und Waldtage [PDF, 49kb, 18.11.2015]Flyer Holz- und Waldtage [PDF, 1896kb, 12.11.2015]

Waldbau und Waldbewirtschaftung im Klimawandel - Neue Instrumente für den Waldbesitz in Nordrhein-Westfalen

Einladung zur Informationsveranstaltung am 07. Dezember 2018 im Malkasten in Düsseldorf  [mehr]


Klimaschutz durch Ressourceneffizienz - Die Potentiale zirkulärer Wertschöpfung am Beispiel Bauen

09. November 2018, Eurogress Aachen  [mehr]